Neue Energielabel für Lampen & Leuchten

Seit dem 01.09.2021 gilt die neue EU-Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichung von Lichtquellen, sprich Lampen und Leuchten. Die Verordnung (2019/2015) löst die alte Richtlinie aus dem Jahr 2012 ab.

Nach der alten Richtlinie erreichten viele moderne LED-Lampen spielend leicht die höchsten Stufen A+ oder gar A++. So landete eine einfache E27-LED-Birne mit z.B. 10 Watt Leistung und 800 Lumen Lichtstrom (entspricht 80 Lumen / Watt) bereits in der zweithöchsten Bewertungsstufe A+. Dies veranlasste einige Anbieter, neben den hohen Stufen A+ und A++ sogar noch eine eigens kreierte A+++ auszurufen. Eine wirkliche Vergleichbarkeit war für den Kunden so nicht mehr gegeben.

Die neuen Energielabel (A-G)

Die neue Richtlinie ordnet hier nun alles neu und definiert die Effizienzklassen A – G, wobei A die beste Klasse ist. A+, A++ und dergleichen gibt es nicht mehr.

Altes Energielabel
Neues Energielabel ab 1.9.2012

Die Bewertung mit dem neuen Label ist nun deutlich strenger. Die oben genannten Beispiel-LED-Lampe mit 80 Lumen / Watt würde im neuen Label kein A erreichen, auch kein B oder C. Sie würde in der untersten Klasse bei G einsortiert! Für ein F muss die Lampe mindestens 85 Lumen / Watt erreichen. Alles, was das nicht schafft, kommt zu G quasi in den Ausschuss und wäre ggf. nicht einmal mehr zugelassen.

Für ein A müssen übrigens 210 Lumen / Watt erreicht werden, was aktuell so gut wie keine Lampe schafft. Die meisten Lichtquellen werden sich wohl erst einmal bei D – F einordnen.

Gebündelte Lichtquellen (also z.B. LED-Spots) bekommen einen kleinen Bonus in der Berechung (ca. +18%) bei der Berechnung. Nicht direkt an 230V angeschlossene Lichtquellen (wenn der LED-Spots z.B. über 12V läuft), werden ein wenig bestraft (ca. -7%).

Die neuen Energielabel erhalten zudem einen Hinweis auf den Hersteller bzw. Importeur, die Modellkennzeichnung und einen QR-Code, der zu einer Webseite führt, die weitere technische Daten der Lampe oder Leuchte auflistet. U.a.:

  • Die Farbtemperatur
  • Die Farbwiedergabe (CRI-Index)
  • Das Lichtspektrum
  • Den Lichtstrom-Rückgang über die Lebensdauer
  • Den Stromverbrauch im Standby und einiges mehr

Ganz unten auf dem Label ist, wie beim alten Label auch schon, der Energieverbrauch in Kilowattstunden angegeben.

Täuschungsmöglichkeiten bei Leuchten

Sehr fragwürdig ist die neue Verordnung in Bezug auf Leuchten, bei denen man das Leuchtmittel (zur Überprüfung) entnehmen kann. Es geht also nicht nur im Leuchten mit handelsüblichen E27 oder anderen Fassungen, bei denen der Kunde nach Bedarf die Lampe auswechseln kann, sondern auch wenn da ein LED-Modul ausgeschraubt und abgesteckt werden kann, fällt diese Leuchte nicht unter die neue Verordnung.

Unter Artikel 2, Absatz 1 der EU 2020/2015 heißt es:

„Nicht als Lichtquellen gelten: … Produkte, die (eine) Lichtquelle(n) enthalten, die zur Überprüfung entnommen werden kann/können“

Die bedeutet, der Hersteller kann eine sehr ineffiziente Leuchte anbieten, indem z.B. sehr dickes Milchglas verwendet wird oder andere ineffiziente Optiken, verbaut ist aber ein austauschbares LED-Modul (z.B. intern verschraubt) mit einer hohen Effizienzklasse, z.B. B.

Die komplette Leuchte würde in der Bewertung ggf. nicht mal ein F erreichen, aber es wird ja nur das austauschbare LED-Modul bewertet. Was passiert jetzt? Darf der Hersteller die gesamte Leuchte als Effizienzklasse B verkaufen? Oder labelt er die Leuchte gar nicht oder verweist nur auf das B für das verbaute LED-Modul?

Keine dieser Optionen hilft einem Kunden weiter, denn dieser möchte einzig und allein wissen, wie stromsparend die gesamte Leuchte ist. Was in der Leuchte passiert, ist für den Endkunden irrelevant.

Hier sollte der Gesetzgeber also noch dringend nachbessern!

Berücksichtigung der Farbqualität (CRI)

Wie wird die Farbwiedergabe einer Lichtquelle – der CRI – bei der neunen Bewertung berücksichtigt? Die kurze Antwort: Überhaupt nicht!

Während bei der Ökodesign-Richtlinie ein hoher CRI zumindest noch etwas Bonus bringt, hat er beim Energielabel überhaupt keinen Einfluss. Dies ist in sofern etwas schade, da ja z.B. der Streuwinkel durchaus in die Formel mit einfließt. Eng bündelnde LED-Spots werden besser bewertet als breit strahlende E27 LED-Lampen. Wieso also nicht auch einen guten CRI>90 mit positiv einfließen lassen?

Lampen mit sehr guter, natürlicher Farbwiedergabe haben per se eine leicht schlechtere Effizienz. Es bleibt hier an der Herstellern, explizit auf sehr gute Farbwiedergabe hinzuweisen und dabei zu hoffen, dass sich in der Bevölkerung das Wissen über die Wichtigkeit guter Farbwiedergabe verbreitet.

Das neue Energielabel wird hierbei keine Hilfe sein. Im Gegenteil, werden doch Lichtquellen mit eher durchschnittlichem CRI (z.B. CRI80) indirekt belohnt.

Fazit

Die neuen Energieeffizienzklassen sind in jedem Fall ein Fortschritt und bringen wieder etwas mehr Klarheit in den Lampen- und Leuchtenmarkt für den Kunden. Anstatt Regale voll mit A++ LED-Lampen gibt es nun wieder bessere Möglichkeiten der Unterscheidung. Der QR-Code bringt dem interessierten Käufer weitere interessante Infos zur Lampe bzw. Leuchte.

Dass die Farbwiedergabe (CRI) in keiner Weise berücksichtigt wird, ist etwas schade.

Richtig problematisch ist aber die offene Hintertür, bei der viele Leuchten entweder einfach gar kein Label erhalten werden oder – noch schlimmer – eine viel zu hohe Bewertung erhalten, die sich rein auf das verbaute Leuchtmittel bezieht, nicht aber auf die Leuchte selbst. Wie soll so eine Vergleichbarkeit für den Kunden erreicht werden?

Gewölbedecke Beleuchtung

Beleuchtung einer Gewölbedecke

Bei diesem Projekt sollten mehrere Räume im Souterrain in Büros umgewandelt werden. Das besondere an den Räumen sind die Gewölbedecken und eine auch insgesamt niedrige Deckenhöhe die im Randbereich nur ca. 2,20m erreicht und in der Mitte am obersten Punkt der Gewölbe ca. 2,50m.

Idee war es dabei, die weißen Gewölbedecken für eine schattenfreie, weiche indirekte Beleuchtung zu nutzen. Dabei sollten die typischen Anforderungen an eine Bürobeleuchtung, wie 300 Lux in der Nutzebene, CRI>90 erreicht werden.

Bis dato waren die Räume nur mit warmweißen Wandflutern beleuchtet, die natürlich viel zu wenig Helligkeit im Raum erzeugen.

Ziel war es nun, verschiedene Konzepte der indirekten Beleuchtung zu simulieren und miteinander zu vergleichen.

Hier noch einmal die wichtigsten Anforderungen zusammengefasst:

  • Indirekte Beleuchtung über Gewölbedecken
  • Min. 300 Lux in der Nutzebene (bei 0,75m Höhe)
  • Möglichst gleichmäßige Beleuchtung der Gewölbedecken
  • Weitgehend schatten- und blendfrei

Variante 1: Lichtvouten senkrecht zur Decke

In der ersten Variante werden die vorhandenen Wandstrahler durch Lichtvouten mit lichtstarken LED-Bändern ersetzt. Die Vouten werden dabei in einer Höhe von ca. 1,90m installiert (entspricht ca. der Montagehöhe der alten Wandstrahler), von wo aus die LEDs dann senkrecht Richtung Decke strahlen. Da an beiden Wänden jedoch auch Türen vorhanden sind, werden die Vouten dort jeweils unterbrochen und es können insgesamt nur ca. 2 x 3m LED-Band verbaut werden.

Diese Montageart war der Vorschlag des Kunden. Hoffnung war hierbei, dass durch den Abstand der LED-Streifen zur Decke, diese möglichst flächig ausgeleuchtet wird. Hier sind die Ergebnisse der Simulation auf Basis eines LED-Bandes mit ca. 1.700 Lumen/m und Farbwiedergabe CRI>90:

Die Anordnung zeigt, durch die Unterbrechung bei den Türen ein eher ungleichmäßiges Lichtbild. In der Nutzebene werden im Mittel nur 150 Lux erreicht, was deutlich zu wenig ist. Ein Grund hierfür ist, dass ein guter Teil des emittierten Lichts zuerst an der Wand und danach noch an der Decke reflektiert wird, was zu einer recht verlustbehafteten Doppelreflektion führt.

Obwohl die LEDs das Licht mit 120° schon relativ breit streuen, entsteht dennoch ein starker Lichtabfall zur Mitte an der Gewölbedecke. Die ca. 30cm Abstand zwischen LEDs und Rand der Gewölbedecke sind deutlich zu wenig, um hier ein ausreichend breites und gleichmäßiges Lichtbild an der Decke zu erzeugen. Die LEDs noch tiefer als 1,90m anzusetzen, ist nicht möglich bzw. empfehlenswert, da sie dann direkt ins Sichtfeld geraten könnten und stark blenden.

Variante 2: Lichtvouten mit 30° Ausrichtung der LEDs

Bei dieser Variante wurden zuerst die Vouten auf eine Höhe von 2,10m gesetzt, was die Unterbrechung durch die Türen vermeidet. es können nun beidseitig durchgängig 4m LED-Band verwendet werden. Dies erhöht den Gesamtlichtstrom im Raum um 33% (2 x 4m anstatt nur 2 x 3m LED-Band).

Um eine flächigere Ausleuchtung der Gewölbedecken zu erreichen, wurden dann die LED-Bänder in einen flachen 30°-Winkel gebracht, so dass Sie ungefähr in Richtung des Scheitelpunktes vom Gewölbe strahlen.

Da die LEDs sehr breit strahlen, werden natürlich auch andere Bereiche von Decke und Wand mit beleuchtet. Dabei muss zwingend vermieden werden, dass die LEDs zu weit nach unten leuchten und dabei ggf. Personen im Raum blenden! Es ist daher eine ca. 2cm hohe Sichtkante vor den LED-Bändern angebracht, die exakt so positioniert ist, dass die gegenüberliegende Wand vom Licht nicht mehr getroffen wird. Das Licht soll also ausschließlich die Gewölbedecken beleuchten. Durch die Sichtkante wird ein Teil des 33% Lichtstromgewinns wieder weggenommen.

Nachfolgend die Ergebnisse der Simulation:

Diese Variante bringt einige Vorteile:

  • Das Deckenbild wird nicht durch die Türöffnungen unterbrochen
  • Die schräge Anordnung schafft trotz geringerem Abstands zur Decke einen wesentlich weicheren Lichtabfall zur Mitte der Gewölbedecke. Auch in dieser Richtung wirkt das Ergebnis damit homogener.
  • Die Beleuchtungsstärke in der Nutzebene steigt im Mittel auf 200 Lux und die Verteilung ist gleichmäßiger

Insgesamt ist diese Variante also der obigen Variante mit senkrechter Ausrichtung vorzuziehen. Die Platzierung der Sichtkante muss sehr präzise erfolgen, aber gelingt dies, ergibt sich eine schon sehr homogen beleuchtete Deckenfläche.

Der Zielwert von 300 Lux in der Nutzebene wird noch nicht erreicht, aber hier könnten noch lichtstärkere LED-Streifen eingesetzt werden.

Es ergibt sich jedoch ein anderes Problem, was die Simulation nicht zeigt, aber es ist bei allen Lichtplanungen wichtig, immer wieder mit Fotos oder auch Vor-Ort-Begehungen die reale Situation abzugleichen. Im Bild ganz oben sind deutliche Unregelmäßigkeiten in der Deckenfläche zu erkennen. Der Putz ist sehr wellig und wenn wir hier nun mit LEDs in einem sehr flachen Winkel das Licht einbringen (es entsteht ein sogenanntes „Streiflicht“ wird jede Welle, jede Unregelmäßigkeit sehr stark betont. Das flach einfallende Licht erzeugt überlange Schatten und damit in Summe ein sehr unruhiges Lichtbild.

Diese Beleuchtungsvariante kann daher nur empfohlen werden, wenn die Decke neu und sehr gleichmäßig verputzt wird.

Variante 3: Mittige, indirekte Linienleuchten

Aufgrund der Thematik mit dem Streiflicht, wurde noch eine 3. Variante simuliert. Dabei wurden mittig unter dem Scheitelpunkt der Gewölbe schmale Linienleuchten (Aluprofile) mit nach oben gerichteten LEDs platziert. Die Lichtpunkthöhe der Linienleuchten ist auf 2,10m, d.h. ca. 40cm unter dem Scheitelpunkt des Gewölbes.

Hier sind die Ergebnisse dieser Simulation:

Ursprünglich war es vom Kunden nicht gewünscht, mittig Pendelleuchten abzuhängen. Die gesamte Beleuchtung sollte möglichst versteckt sein und nur vom Randbereich aus in die Gewölbedecken strahlen.

Was dem Kunden jedoch nicht bewusst war, ist, wie schmal und unscheinbar sich eine derartige, indirekte Linienleuchte realisieren lässt. Die Aluprofile können z.B. nur 12x8mm messen und auch weiß lackiert oder eloxiert sein. Dahinter ist (von unten gesehen) die weiße, angestrahlte Gewölbedecke. Die schmalen, weißen Aluprofile vor der weißen, angestrahlten Decke fallen dann kaum mehr auf.

Rechts noch eine gerenderte Ansicht der Decke, die mehr einem natürlichen Blickwinkel im Büro entspricht.

Die Ergebnisse aus der Simulation sind sehr überzeugend. Es wird eine mittlere Beleuchtungsstärke in der Nutzebene von 350 Lux erreicht. Die Gewölbedecken sind nicht ganz so gleichmäßig beleuchtet wie in Variante 2 mit der 30°-Ausrichtung, aber dafür existiert hier kein Streiflicht, das jede Unregelmäßigkeit im Putz der Deckenflächen überbetont. Durch das direkte Anstrahlen der Deckenflächen von unten aus einem 90°-Winkel, werden Unregelmäßigkeiten sogar kaschiert und verwischt.

Daher ist Variante 3 unserer empfohlene Methode. Variante 2 ist eine Alternative, die aber noch hellere LED-Streifen bedingt und eine homogen verputzte Deckenfläche.

Option mit Linienleuchten in 30° über Kreuz

Möchte man die Ausleuchtung der Deckenflächen noch weiter optimieren, kann man auf den mittigen Abhängungen 2 über Kreuz montierte 30°-LED-Ausrichtungen installieren, die dann einen wesentlich breiteren Deckenbereich anstrahlen (im Bild rechts).

Man erkennt im Vergleich zur senkrechten Ausrichtung der LEDs (im Bild links) die nun gleichmäßiger beleuchtete Gewölbedecke.

Dafür sind dann allerdings breitere Profile notwendig (min. 5cm) und es wird natürlich die doppelte Anzahl an LED-Band benötigt – allerdings genügt dann die halbe Helligkeit pro Band.

Flurbeleuchtung

Flure und Korridore sind häufig Räume, die in der Lichtplanung etwas weniger Beachtung finden. Dabei sind es die Räume, die nach Betreten des Hauses oder der Wohnung zuerst gesehen werden und daher die Lichtstimmung ganz entscheidend mit beeinflussen. Einladend und offen? Hochwertig und elegant? Oder lieblos und duster? Kalt und abweisend wie manche Büroflurbeleuchtung?

Moderene Beleuchtungstechnik bietet zum Glück eine Vielzahl an Möglichkeiten, auch einen Flur gezielt und hochwertig zu beleuchten.

Flurbeleuchtung mit Panels

Nicht wenige Flure werden eher unüberlegt mit einigen LED-Panels oder anderen breit strahlenden Leuchten bestückt und so ausreichend hell gemacht.

Die Panels erzeugen eine sehr gleichmäßige und auch weiche Lichtverteilung, allerdings ist der Gesamteindruck auch sehr eintönig und leblos.

Diese Art Beleuchtung erinnert auch immer schnell an Büroflure oder – einfallslos beleuchtete – Arztpraxen. Eine Lichtwirkung, die man in seinem privaten Flur i.d.R. nicht unbedingt erzielen möchte.

Wir stellen einige bessere Methoden vor.

Mittig platzierte Spots

Mittig platzierte Spots sind eine weitere, häufige Methode der Flurbeleuchtung. Mit richtig gewähltem Abstrahlwinkel und Abstand der Spots zueinander entsteht ein interessanter, lebhafter Gesamteindruck mit starken Akzenten auf dem Boden.

Besonders bei hochwertigen Holzböden kann dies sehr vorteilhaft wirken. Vermeiden Sie jedoch Böden mit starkem Glanz und Reflektion, da diese dann blenden können.

Nachteil der Spots ist ihr extrem greller, harter Lichteffekt mit tiefen, dunklen Schatten. Steht z.B. eine Person unter dem Lichtstrahl eines solchen Spots, wird diese extrem unvorteilhaft beleuchtet.

Stirn und Nase sind vollkommen überstrahlt, Augen und Mimik hingegen schwer erkennbar. Je niedriger die Deckenhöhe im Flur ist, desto extremer ist der Effekt.

Indirekte Beleuchtung im Flur

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Flur indirekt zu beleuchten. Hier gibt es prinzipiell 2 Möglichkeiten. Indirekte Beleuchtung über Vouten (diese zeigen wir später) und die indirekte Beleuchtung mit einer mittigen Deckenabhängung (rechts im Bild).

Bei der mittigen Deckenabhängung werden zur Wand hin Spalten gelassen in der die indirekte Beleuchtung montiert wird. Dazu werden i.d.R. LED-Bänder auf leicht überstehenden Kanten montiert. Die LEDs leuchten dann direkt zur Decke oder, was oft besser ist, in einem 45°-Winkel auch etwas Richtung Wand. Direkt horizontal zur Wand ist auch möglich, wobei hier die Platzierung der LEDs präzise zu planen ist.

Nachteil eines Aufbaus über mittige Abhängung ist, dass hierbei die Decke sehr dunkel bleibt. Der Flur wirkt dadurch niedriger und wir empfehlen diese Art der Beleuchtung daher maximal bei sehr hohen Decken.

Ohne weitere Elemente wirkt der Flur zudem sehr langweilig und eintönig. Bei der nun folgenden 2. Methode, der indirekten Beleuchtung über Vouten, zeigen wir Möglichkeiten, den Raum durch zusätzliche Elemente interessanter der machen.

Indirekte Beleuchtung über Vouten

Bei der indirekten Beleuchtung über Vouten werden am Rand mehr oder weniger schmale Leisten (aus Stuck, Polymer oder auch Holz) angebracht und auf diesen sind die LED-Streifen montiert und strahlen Richtung Decke.

Anders als bei der 1. Variante über eine mittige Deckenabhängung, wird hier die Decke heller und der Raum wirkt insgesamt größer. Die Linienführung über die Vouten akzentuiert zusätzlich die Geometrie des Raumes und so fügt sich die Beleuchtung sehr stimmungsvoll in die Architektur ein.

Die Lichtwirkung kann nun weiter verbessert werden.

So können im Randbereich – nicht in der Mitte! – sehr eng gebündelte Spots (10° z.B.) zur Akzentuierung der Wände eingesetzt werden. Die Spots können direkt gerade nach unten scheinen oder, wie im Beispiel auch diagonal die Wand streifen, was dynamischer wirkt. Auch der Fußboden erhält so helle Akzente und wirkt lebhafter.

Dadurch, dass die Spots nur im Randbereich wirken, haben wir nicht den ungünstigen Schattenwurf auf Personen im Flur, wie oben im Beispiel mit den mittig platzierten Spots.

Eine weitere Möglichkeit ist es, im unteren Sockelbereich der Wand ebenfalls eine Voute anzubringen. Diese betont den Fußboden und zeichnet auch hier die Linien des Flurs nach. An Türen wird der Effekt natürlich unterbrochen. Untere Voute und Spots im Randbereich können auch miteinander kombiniert werden, wie das Bild ganz rechts oben zeigt.

Beleuchtung von Bildern

Eine Anmerkung noch zur Beleuchtung von Bildern und ähnlichen Elementen im Flur.

Typischerweise werden Elemente an der Wand mit einem Spot von der Decke aus beleuchtet. Der Beleuchtungswinkel muss sehr steil sein, denn bei einem flacheren Winkel würde eine Person, die vor dem Bild steht, selbst einen Schatten auf eben dieses werfen.

Durch die steile Lichtführung bilden aber z.B. stärkere Bilderrahmen sehr deutliche, lange Schatten. Verwenden Sie hier daher möglichst Bilder mit dezenten oder auch mit gar keinen Rahmen.

Beleuchtung über Wandvorbau

Alternativ zur Beleuchtung über schmale Voutenleisten kann auch ein Wandvorbau angebracht werden, z.B. mit einer Holzvertäfelung.

Oben und auch unten können dann hinter dem Vorbau versteckt LED-Bänder angebracht sein. Auch Spots können wir im obigen Beispiel im Randbereich eingesetzt werden.

Ob schmale Voute oder flächiger Wandvorbau ist letztlich Geschmacksfrage und natürlich auch von der Breite des Flures abhängig. Ist der Flur eher schmal, wird man diesen kaum noch durch einen Wandvorbau weiter verengen wollen.

Bei breiteren Fluren kann es aber eine interessante Option sein.

Schachbrett-Lichtgestaltung

Diese gemütliche Küche in einem alten Bauerhaus besticht vor allem durch die Auswahl geschmackvoller Möbel, den alten Holzfußboden und die sehr charakteristische Sparrenstruktur an der Decke.

Durch die großen Fenster auf der rechten Seite kann ausreichend Sonnnenlicht in den Raum fallen. Da jedoch ein hoher Baumbestand um das Haus herum abgeordnet ist, wird bei bewölktem Himmel und auch Abends keine ausreichende Helligkeit mehr erreicht.

Sonniger Tag
Bewölkter Tag

Der Raum bietet einige abgehangene Leuchten, die bei Bedarf gezielt relevante Bereiche erhellen können. So befindet sich über dem Esstisch eine große Hängeleuchte, die diesen ausreichend beleuchten kann. Weitere 4 etwas kleinere Hängeleuchten befinden sich hinten über der Küchenarbeitsplatte.

Die wichtigsten Bereiche sind damit beleuchtet.

Allerdings bleiben weiter Rauminhalte noch im relativ dunkeln. Dies gilt insbesondere für alle Wandbereiche, den Kühlschrank, das Regal rechts neben dem Kühlschrank, aber auch die Regale hinten über der Küchenzeile. Generell fehlt diesem Raum eine sogenannte Grundbeleuchtung.

Die insgesamt 5 Hängeleuchten sind klassische Aufgabenbeleuchtung. Sie beleuchten klar begrenzte Bereiche, wie Tische, Arbeitsplatten usw. Eine gute Lichtplanung besteht aber stets aus einer Grundbeleuchtung für die generelle Helligkeit im Raum und einer Aufgabenbeleuchtung für besonders wichtige Bereiche. Bei Bedarf kann als dritte Beleuchtungsart noch eine Akzent- oder Effektbeleuchtung für reine Dekorationseffekte ergänzt werden.

Wichtig ist aber vor allem die Grundbeleuchtung.

Häufig bietet es sich an, als Grundbeleuchtung eine weiche, indirekte Beleuchtung aus Richtung Decke zu realisieren. Diese flutet den Raum dezent und schattenfrei mit Licht und lässt genügend Raum für die gezielt gesetzte, direkte Hauptbeleuchtung.

Im folgenden Beispiel sind oben in der Decke in jeder Aussparung LED-Streifen an den Sparren angebracht die indirekt gegen die Decke gerichtet sind. Von dieser fällt das Licht weich in den Raum.

Diese Art der Beleuchtung wirkt sehr effektiv. Alle Bereiche, auch die Regale, erhalten nun eine ausreichende Grundbeleuchtung. Tisch und Arbeitsplatte werden durch die Hängeleuchten zusätzlich beleuchtet und so hervorgehoben. So soll es sein.

In der Regel ist es sehr sinnvoll, zumindest die Grundbeleuchtung dimmbar auszulegen. So kann man sie jeweils an die Bedürfnisse anpassen. Beim Putzen z.B.. wird man volle Helligkeit bevorzugen. Beim Essen am Esstisch ggf. etwas weniger, da dann nur dieser Bereich wichtig ist und man natürlich so auch etwas Strom sparen kann.

Die großflächige Beleuchtung der Decke nimmt dem Raum aber in Summe auch etwas die Gemütlichkeit. Dies ist natürlich Geschmackssache, hier aber ein alternativer Vorschlag zur Deckenbeleuchtung:

Hierbei wird schachbrett-artig nur jeder zweiter Sparren-Zwischenraum beleuchtet. Entsprechend helle LED-Bänder vorausgesetzt, genügt auch dies absolut für eine ausreichend helle Grundbeleuchtung.

Durch diesen Aufbau wird die Decke deutlich interessanter und zum richtigen Blickfang. Die Sparren-Struktur wird betont und anders als beim vorherigen Beispiel wird der Esstisch wieder zum Mittelpunkt des Raumes.

Nutzt man hierfür z.B. RGBW-Lichtstreifen lassen sich weitere interessante Lichteffekte realisieren, wie hier ein sehr warmes Orange, das an gedimmtes Glühlicht erinnert.

Wichtig ist dabei, je intensiver die Farben gewählt werden, desto reduzierter sollte die Helligkeit sein. Sonst wird das Ganze schnell zu einer Disko.

Möchte man noch Effekte ergänzen, bietet sich kleine LED-Streifen im Regal links oder unten am Sockel der Küchenzeile an.

Lichtdesign in Esszimmer und Küche

Dieses Haus hat eine besondere Architektur, bei dem einzelne Bereiche leicht in der Höhe versetzt sind. So ist der hintere Bereich der Küche etwas tiefer als der vordere Bereich mit dem Esstisch. Dadurch ergibt sich ein recht hoher, freier Deckenbereich über dem Esszimmer, der z.B. für Lichtinstallationen genutzt werden kann.

Wir betrachten den ursprünglichen Raum (noch ohne Deckenabhängung) einmal bei sonnigem Tageslicht und einmal bei bewölktem Himmel:

Sonniger Tag
Bewölkter Tag

Die etwas tiefer gesetzte Küche erhält selbst bei sonnigem Lichteinfall nicht genügend Beleuchtung, da dort nur ein eher kleines, tiefes Fenster eingebaut ist. Dort muss also in jedem Fall zusätzliches Licht installiert werden. Für bewölkte Tage und Abends gilt das natürlich sowieso und dann auch für den Esstisch.


Deckenabhängung mit Spot-Beleuchtung

Häufig werden Deckenabhängungen mit einer regelmäßigen Anordnung von Spots realisiert. Es gibt hierfür praktische Einbauspots, z.B. im MR16 Standard, die in festen oder schwenkbaren Gehäusen in der abgehängten Decke eingelassen werden können.

Abgehängte Decke mit 3 x 3 Spot-Anordnung

Die gleichmäßige Anordnung der Spots sorgt für eine einheitliche Beleuchtung des Raumes und bringt genügend Helligkeit auf den Tisch. Nachteilig ist die sehr harte Lichtcharakteristik der Spots, die sehr deutliche Schatten erzeugt. Siehe dazu den Schattenwurf von Tisch und Stühlen.

Ebenso muss darauf geachtet werden, dass die Spots eine nicht zu enge Abstrahlcharakteristik haben. Typische Werte sind 25° oder 36°. Im Beispiel oben sind die einzelnen Lichtkegel der Spots erkennbar und in den Zwischenräumen ergeben sich dunkle Stellen. Besonders auf dem Tisch. Die Spots müssten entweder dichter angeordnet werden, z.B. im 4 x 4 oder 5 x 5 Raster oder es müssen breiter strahlende Spots gewählt werden, die dann aber auch deutlich heller sein müssen.

Der Küchenbereich ist ebenfalls durch Spots beleuchtet, die in einer versenkten Stromschiene angeordnet sind.

Generell empfehlen wir eine Beleuchtung nur mit Spots, aufgrund der harten Lichtcharakteristik und des recht eintönigen Ergebnisses, nicht.


Abgehängte Decke mit indirekter Beleuchtung

Alternativ kann eine Decke auch so abgehängt werden, dass sich umlaufend eine Schattenfuge bildet. In dieser z.B. rund 10cm breiten Fuge kann über LED-Streifen eine indirekte Beleuchtung installiert werden. Meist werden die LED-Bänder dabei in Richtung Decke ausgerichtet, aber auch die seitliche Ausrichtung ist möglich, wenn überall die gleichen Abstände zur Wand eingehalten werden. Als dritte Option gibt es die 45°-Ausrichtung zur Decke.

Zusätzliche indirekte Beleuchtung ist im Bereich des Küchensockels und der Treppe links realisiert.

Für alle LED-Bänder wurden dabei ein neutralweißer Lichtton gewählt, der einen Konstrast zu den warmweißen Spots in der Küche bildet.

Auch sind natürlich in der Lichtfarbe anpassbare LED-Bänder denkbar, also sogenannte Tunable White oder CCT LED-Streifen oder auch RGBW.

Indirekte Beleuchtung

Wände und Tisch benötigen eine zusätzliche Beleuchtung.

Für die Wände bieten sich LED-Spots an, die angeordnet in einer versenkten Stromschiene noch flexibler positioniert werden können. Auf der linken Seite genügt ein einzelner LED-Spot für das Bild an der kleinen Wand.

Auch diese Spots sind in warmweiß gehalten.

Wandbeleuuchtung mit Spots

Für den Tisch bieten sich klassische Hängeleuchten oder auch moderne Bogenleuchten an. Weniger empfehlen wir Spots, aufgrund der harten Lichtcharakteristik. Die Lichtfarbe ist hier Geschmackssache. Neutralweiß, wie die indirekte Beleuchtung oder warmweiß, wie die Spots, sind denkbar.

Mit farbeinstellbaren LEDs, z.B. RGBW, lassen sich noch weitere Effekte erzielen.

Moderne LED-Controller bieten hier die Möglichkeit, verschiedene Lichtszenen zu speichern und bei Bedarf wieder abzurufen. Auch die Integration in Sprachassistenten ist möglich. So lässt sich das Licht dann über ALEXA, GOOGLE HOME & Co. steuern.

Indirekte Beleuchtung über einen Lichtkanal

Zum Schluss noch ein etwas abgewandelter Aufbau, bei dem die indirekte Beleuchtung nicht außen umlaufend an der abgehängten Decke angebracht ist, sondern in einem breiten, integrierten Lichtkanal. Dieser Aufbau erzeugt eine noch bessere Lichtverteilung im Raum:

Wieder lassen sich einzelne Spots oder Schienen-Systeme zur Akzentuierung der Wände intergieren. Über dem Esstisch wurde hier eine klassische Pendelleuchte gewählt. Diese nimmt, im Gegensatz zur Bogenleuchte im obigen Beispiel, nicht zusätzlich Platz im Raum weg. Dafür lässt sich eine Pendelleuchte natürlich nicht so flexibel positionieren, wie eine Bogenleuchte, falls z.B. einmal der Tisch ausgezogen, erweitert oder anders im Raum aufgestellt wird.

Kleiner Raum mit indirektem Licht & Spots

Im Folgenden beschreiben wir ein Beleuchtungskonzept für einen eher kleinen, gemütlich eingerichteten Raum. Die hellblau gestrichenen Wände sind mit Bildern und einem kleinen Regal dekoriert, während in der Mitte ein runder massiver Holztisch umgeben von Sofa und Sessel platziert ist. Rechts befindet sich noch eine Kommode und ein Fernseher an der Wand.

An einem sonnigen Tag wird durch die beiden Fenster (südlich und westlich ausgerichtet) genügend Tageslicht in den Raum gebracht. Anders ist es an einem eher bewölkten Tag.

Sonniger Tag
Bewölkter Tag

Das diffuse Licht eines bewölkten Tages schafft es nicht, eine adäquate Beleuchtung im Raum zu erzeugen, auch, da die Möbel und Teile der Wände eher dunkel gehalten sind. Es muss hier also definitiv zusätzliches, künstliches Licht eingesetzt werden.


Klassische Beleuchtung über Steh- und Hängelampen

Ein häufiges Beleuchtungskonzept sind Hängeleuchten, die mittig im Raum oder über Tischen angebracht werden. In diesem Beispiel steht der Tisch auch fast exakt in der Mitte des Raumes. Zusätzlich kann eine Stehleuchte neben der Couch weiteres Licht erzeugen und z.B. als Leselampe dienen.

Klassisch mit Hänge- und Stehleuchten

Der Bereich des Tisches und der Couch wird so ausreichend beleuchtet. Allerdings erhalten die übrigen Bereiche des Raumes, sowie auch die Wände kaum Licht. Elemente der Bilder oder des Regales links sind kaum zu erkennen, so dass dieses Lichtkonzept in Summe kaum zufriedenstellend ist.

Eher ergibt sich der Eindruck einer Höhlen- oder Pokertischbeleuchtung. Hauptursache ist hier natürlich die Bauart der mittigen Hängeleuchte. Deren großer Lampenschirm lenkt das Licht fast nur nach unten und da der eher dunkle Tisch zudem nur wenig Licht reflektiert, bleibt der übrige Raum dunkel.

Andere Leuchtentypen können natürlich eine Lichtverteilung erzeugen, die auch die Wände mehr beleuchtet.


Im ersten Beispiel blendet die Lichtquelle aber recht stark und im rechten mit dem Lichtballon wirkt der Raum doch etwas eintönig und langweilig beleuchtet.


Alternative: Indirekte Beleuchtung + Spots

Ein alternatives, moderneres Lichtkonzept erreichen wir durch indirekte Beleuchtung über Vouten und ggf. zusätzlich gezielt platzierte LED-Spots. Schauen wir uns zuerst die indirekte Beleuchtung an. Hierzu sind LED-Streifen umlaufend auf einer etwa 10cm breiten Voute angebracht und im 45°-Winkel zur Decke ausgerichtet.

Indirekte Beleuchtung über umlaufende Vouten

Die indirekte Voutenbeleuchtung erzeugt ein sehr gleichmäßiges, weiches und fast schattenfreies Licht im Raum. Der Raum wird optisch vergrößert und besonders die Decke erscheint deutlich höher. Es ergibt sich insgesamt ein offenerer, einladender Raumeindruck. Generell erzeugt eine indirekte Beleuchtung der Decke häufig den Eindruck, dass man sich das Tageslicht in den Raum holt. Die Architektur des Raumes und die bestimmenden Linien werden betont.

Damit taugt eine indirekte Beleuchtung oft sehr gut als Grundbeleuchtung eines Raumes, die dann aber durch weitere Lichtquellen ergänzt werden kann und sollte, um wichtige Bereiche gezielt hervorzuheben und insgesamt einen interessanteren Raumeindruck zu erzeugen.

So können natürlich klassische Hänge- und Stehleuchten mit indirekter Beleuchtung kombiniert werden. Während das indirekte Licht die Grundbeleuchtung liefert, erzeugen die zusätzlichen Leuchten gezielt Licht auf dem Tisch und in der Leseecke.

Nach Bedarf kann die indirekte Grundbeleuchtung dann auch gedimmt werden.

Eine besonders ansprechende Lichtstimmung lässt sich durch gezielt gesetzte Spots erzeugen, die Elemente an der Wand oder in deren Nähe hervorheben. Die 10cm breite Voute bietet ausreichend Platz, um darin einige schwenkbare Spots unterzubringen.

Indirekte Grundbeleuchtung, ergänzt durch eine Hängeleuchte und Spots

Die Spots sind sehr gezielt gesetzt, so das rechts die Kommode, im hinteren Bereich die beiden Grafiken an der Wand und links die flachen Regale hervorgehoben werden.

Beachten Sie, dass hervorstehende Elemente, wie die Regale (das selbe gilt auch für wuchtige Bilderrahmen) nicht mit Spots aus der darüber liegenden Voute richtig ausgeleuchtet werden können. Die Spots kommen dafür viel zu steil und müssten einen deutlich größeren Abstand zur Wand haben, damit sie z.B. im geeigneten Winkel in das Regal leuchten können. Im Beispiel betonen die beiden Spots bei den Regalen daher eher deren Form und wirken für einen harmonischen Raumeindruck. Den Inhalt der Regale können sie kaum erreichen.

Häufig ist es sinnvoll, die Spots in einer anderen, hier deutlich wärmeren Farbtemperatur zu wählen. Dies erzeugt das Gefühl von „Sonnenflecken“ und wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden.


Lichtgestaltung Abends und Nachts

Auch kaum oder kein Tageslicht mehr in den Raum fällt – also spät Abends und Nachts – kann dieses Lichtkonzept aus indirekter Voutenbeleuchtung, gezielt gesetzten Spots und einer Hängeleuchte sehr interessante und angenehme Lichteffekte erzeugen.

Nur mit Hängeleuchten und einer Leseleuchte lassen sich die wichtigsten Bereiche des Raumes natürlich ausreichend beleuchten, aber die übrigen Bereiche bleiben sehr dunkel, so dass sich eine Höhlen- oder Lagerfeuer-Stimmung ergibt.

I.d.R. ist eine solche Lichtstimmung unbefriedigend, da der Mensch gerade Abends zwar keine hell ausgeleuchteten Räume benötigt, aber wesentliche Elemente seiner Umgebung schon erkennen möchte.

In der professionellen Lichtplanung wird daher auch das Umgebungslicht immer präzise definiert und es gibt z.B. in Büro oder Schulungsräumen hier auch ganz klare Mindestanforderungen.

Durch die Ergänzung mit indirektem Licht von Vouten und Spots für die Wandbeleuchtung lässt sich der Raum interessanter und ausgewogener beleuchten.

Je nach Bedarf kann über Dimmer und LED-Controller das Licht flexibel angepasst werden. So kann der Fokus auf bestimmte Raumelemente, wie die Bilder im Hintergrund, die Voute oder den Tisch verschoben werden. Moderne LED-Controller erlauben das Speichern komplexer Lichtszenen, so dass schnell abrufbare Stimmungen wie z.B. „Fernsehlicht“, „Leselicht“, „Geselligkeit“ etc. angelegt werden können.

Mit Farb-einstellbaren LEDs lassen sich weitere interessante Effekte erreichen.

Häufig empfiehlt es sich, z.B. bei LED-Streifen Modelle mit RGBW-LEDs einzusetzen, bei denen sich alle Farben, aber auch ein hochwertiges Weiß einstellen lässt.

Großer Wohnraum indirekt mit Vouten beleuchtet

Dieser große Wohnraum besteht aus mehreren offenen Bereichen. Wohnbereich, Esszimmer und Küche. Die Bereiche sind durch breite, offene Durchgänge ohne Türen miteinander verbunden.

Decken und Wände sind hell weiß, nur im Esszimmer gibt es eine hellgraue Wand.


Ausgangspunkt

An einem sonnigen Tag föllt durch die großen, südlich ausgerichteten Fenster viel direktes Sonnenlicht in den Raum. Die hellen Wände, Böden und Decken reflektieren das Sonnenlicht und alle relevanten Bereiche werden effektiv ausgeleuchtet.

Anders ist es an einem bewölkten Tag.

Sonniger Tag
Bewölkter Tag

Hier kommt nur noch das durch Wolken gestreute und diffuse Licht in den Raum. Bereiche in Fensternähe werden noch ausreichend beleuchtet, aber viel weiter in den Raum dringt das Licht nicht vor. Speziell der Esstisch im hinteren Esszimmer, aber auch bereits der Bereich um die Couch ist nun zu dunkel.


Klassische Beleuchtung

Der klassische Weg ist es nun, Pendel- oder Deckenleuchten mittig im Raum zu platzieren.

Klassische Beleuchtung mit Hängelampem

Die Hängelampe über dem Esstisch lenkt das Licht über den großen Schirm zielgerichtet nach unten auf die Tischplatte. Dieser Bereich wird gut beleuchtet, allerdings erhält der Rest des Raumes hier recht wenig Licht, da der halbrunde Lampenschirm den Lichtaustritt nur nach unten zulässt. Es entsteht ein wenig der Eindruck einer „Höhlenbeleuchtung“.

Anders im Wohnzimmer. Die große Hängeleuchte an der Decke lässt das Licht diffus in alle Richtungen abstrahlen. Neben dem Bereich um die Couch und den Couchtisch, werden auch Wände und Decke adäquat beleuchtet. Der Raum wirkt dadurch größer und offen, aber auch etwas langweilig beleuchtet. Bis auf die helle Designer-Leuchte selbst, ergeben sich keine weiteren interessanten Lichtführungen im Raum.


Indirekte Beleuchtung

Eine Alternative wäre eine indirekte Beleuchtung über umlaufende Lichtvouten.

Moderne indirekte Beleuchtung

Auf den umlaufenden Vouten im oberen Wandbereich sind LED-Streifen angebracht, die mit ca. 10cm Abstand zur Decke diese beleuchten. Von der hellen Decke fällt das weich reflektierte Licht zurück in den Raum.

Es ergibt sich so ein gänzlicher anderer Raumeindruck im Vergleich zur obigen, klassischen Beleuchtung mit Pendel- und Hängelampen. Die beleuchteten Decken lassen den Raum noch größer und offener erscheinen. Fast wirkt es, als ob das Tageslicht des Himmels in den Raum hinein geholt wurde.

Das reflektierte, weiche Licht der Lichtvouten arbeitet nahezu schattenfrei. Selbst die Bereiche unter den Tischen und der Couch werden noch adäquat aufgehellt. Vergleiche hier wieder das Ergebnis mit der klassischen Beleuchtung weiter oben.

Dennoch wirkt die Beleuchtung nicht langweilig, da der Lichteffekt der Vouten an der Decke hier eine interessante, ausgewogene Atmosphäre schafft und die Geometrie des Raumes unterstreicht. Die Beleuchtung sollte sich stets an der Architektur eines Raumes orientieren und dies ist mit LED-Bändern und Lichtvouten sehr gut realisierbar, da sich mit diesen die Linien eines Raumes nachzeichnen und betonen lassen.


Natürlich ist es auch möglich, klassische Hänge- und Pendelleuchten mit indirekter Beleuchtung zu kombinieren.

Hier wurde die Design-Hängeleuchte als zusätzliches Element im Bereich der Couch installiert. Zwingend notwendig ist diese nicht, denn mit modernen LED-Bändern lässt sich ein Raum auch nur indirekt über Vouten sehr hell beleuchten. Aber die Hängeleuchte gibt ein zusätzliches interessantes Element im Raum und Sie kann den Couchbereich zusätzlich erhellen, so dass man die indirekte Voutenbeleuchtung bei Bedarf etwas zurückfahren kann.


Farboptionen

Da sich bei vielen modernen LED-Streifen auch die Lichtfarbe verändern lässt, sind weitere interessante Lichtstimmungen möglich.

Mit einer warmen Lichtfarbe wirken Räume gemütlicher. So erlauben es z.B. sogennannte CCT-LED-Streifen, auch Tunable White genannt, die Lichtfarbe zwischen Warmweiß, Neutral- und Kaltweiß zu wechseln. Dimmen lässt sich die Beleuchtung dann bei Bedarf natürlich auch.

Abends, wenn kein natürliches Tageslicht mehr durchs Fenster fällt, wird man die Beleuchtung häufig herunter regeln. Nutzt man LED-Bänder mit zusätzlichen RGB-Farb-LEDs lassen sich dann weitere Lichtstimmungen kreieren. Das dezente blaue Licht in den Lichtvouten ist z.B. für einen Fernsehabend geeignet. Vom Fenster her fällt nur noch Rest-Tageslicht in den Raum. Der Rest wird vom dezenten blauen Licht der Vouten beleuchtet.