Bei diesem Projekt wurde ein großer und hohen Dachboden komplett neu ausgebaut. Insgesamt sind es 110m² Grundfläche und eine Firsthöhe von ca. 4m. Ein sehr großer Raum also. Das Dach wird von einer komplexen Balkenkonstruktion gestützt, bei der einmal 6 Balken als Stützpfeiler agieren und auf diesen dann mehrere Längs- und Querbalken aufliegen und den Dachaufbau stützen. Zusätzlich befindet sich im Raum noch ein sehr großer Kaminabzug mit schrägen Stützpfeilern.

Geplant ist es, die Balkenkonstruktion auch für die Montage der Beleuchtung im ganzen Raum zu nutzen. Die Balken dienen dabei als Orientierung und die Lichtlinien sollen diesem geometrischen Aufbau folgen.

Über an den Balken montierte LED-Leisten soll so der gesamte Raum sehr hell und gleichmäßig beleuchtet werden. Folgende Skizze zeigt eine erste Idee zum Aufbau:

Die umlaufenden Quer- und Längsbalken in ca. 2,17m Höhe erhalten über breite LED-Aluprofile eine direkte Beleuchtung nach unten. Insgesamt könnten hier über 21m LED-Band verbaut werden.

Um eine höhere Gleichmäßigkeit im Raum zu erreichen und das offene Raumgefühl zu unterstreichen, ist zudem indirekte Beleuchtung geplant, indem weitere LED-Aluprofile oben auf den Balken montiert werden.

Lichtsimulation mit RELUX

In der Lichtplanung ging es nun darum, zu ermitteln, an welchen Stellen LED-Leisten montiert werden müssen und welche Lichtstärke die LED-Bänder für eine adäquate Raumbeleuchtung erreichen müssen. Als Zielwert wurden 150 Lux in der Nutzebene (Tischhöhe bei 75cm) vorgegeben.

Diverse Berechnungen wurden durchgeführt. Im Folgenden als Beispiel eine Simulation, bei der auch mit zusätzlich seitlich montierten Leisten experimentiert wurde, um die Helligkeit in den äußeren Raumbereichen zu erhöhen:


3D-Ansicht mit vereinfachter Balkenkonstruktion und den Lichtrichtungen der einzelnen LED-Leisten


Berechnungsansicht mit Falschfarben, die einzelne Beleuchtungsstärkewerte in Lux symbolisieren


Leuchtdichte-Darstellung, die ein Gefühl für die Lichtwirkung im Raum vermittelt.

Da diese Darstellung je nach Monitoreinstellung verfälschend wirken kann, ist es wichtig, immer auch die Falschfarbenansicht zu bewerten.


Beleuchtungsstärkeverteilung in der Nutzebene. Hier können die Zielwerte präzise abgelesen werden.

Die i.a.R. wichtigste Darstellung bei der Lichtplanung.


In dieser Simulation wurde mit mittelhellen LED-Bändern (ca. 900 Lumen/m) in breiten Aluprofilen mit opalen Abdeckungen gerichtet.

Dabei ist es natürlich wichtig, die lichtverändernden Eigenschaften des Aluprofils mit opaler Abdeckung zu berücksichtigen. Häufig reduzieren diese Abdeckungen den Lichtstrom um 30 – 50%, aber Sie sind natürlich insbesondere bei direkter Beleuchtung quasi unverzichtbar, denn kaum ein Kunde möchte die einzelnen LED-Punkte sehen.

Ausreichend tiefe Aluprofile mit opalen Abdeckungen kaschieren die LED-Punkte und erzeugen eine homogene Lichtlinie. Ggf. sind im Vorfeld Tests mit Probestücken notwendig.

27mm breites LED-Aluprofil

Schauen wir uns die Ergebnisse der Simulation an, wird hier eine Mittlere Beleuchtungsstärke Em von 179 Lux erreicht, was deutlich über den min. geforderten 150 Lux liegt.

Die Gleichmäßigkeit Uo liegt mit 1 : 7,19 nicht besonders hoch, was bei hohem direktem Lichtanteil aber ganz typisch ist. Entscheidender ist aber, dass die Nutzebene hier komplett bis zum Rand des Raumes gezogen ist, um dem Kunden ein noch detaillierteres Ergebnis zu liefern. Standard ist es jedoch, die Nutzebene mit 50cm Abstand zum Rand zu betrachten, was eine Gleichmäßigkeit von ca. 1 : 4 ergeben würde. Betrachtet man noch die Dachschrägen und reduziert die Nutzebene entsprechend, ergeben sich noch bessere Werte.

Ergebnis

Im finalen Aufbau wurde die Anordnung der Lichtleisten dann noch ein wenig angepasst. So sind die seitlich angeordneten Profile weggefallen, da diese nicht für zwingend notwendig erachtet wurden. Dafür ist im Gegenzug ein noch etwas lichtstärkeres LED-Band zum Einsatz gekommen, so dass die Zielwerte auch definitiv erreicht werden.

Das Ergebnis spricht für sich:

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