Im Folgenden beschreiben wir ein Beleuchtungskonzept für einen eher kleinen, gemütlich eingerichteten Raum. Die hellblau gestrichenen Wände sind mit Bildern und einem kleinen Regal dekoriert, während in der Mitte ein runder massiver Holztisch umgeben von Sofa und Sessel platziert ist. Rechts befindet sich noch eine Kommode und ein Fernseher an der Wand.

An einem sonnigen Tag wird durch die beiden Fenster (südlich und westlich ausgerichtet) genügend Tageslicht in den Raum gebracht. Anders ist es an einem eher bewölkten Tag.

Sonniger Tag
Bewölkter Tag

Das diffuse Licht eines bewölkten Tages schafft es nicht, eine adäquate Beleuchtung im Raum zu erzeugen, auch, da die Möbel und Teile der Wände eher dunkel gehalten sind. Es muss hier also definitiv zusätzliches, künstliches Licht eingesetzt werden.


Klassische Beleuchtung über Steh- und Hängelampen

Ein häufiges Beleuchtungskonzept sind Hängeleuchten, die mittig im Raum oder über Tischen angebracht werden. In diesem Beispiel steht der Tisch auch fast exakt in der Mitte des Raumes. Zusätzlich kann eine Stehleuchte neben der Couch weiteres Licht erzeugen und z.B. als Leselampe dienen.

Klassisch mit Hänge- und Stehleuchten

Der Bereich des Tisches und der Couch wird so ausreichend beleuchtet. Allerdings erhalten die übrigen Bereiche des Raumes, sowie auch die Wände kaum Licht. Elemente der Bilder oder des Regales links sind kaum zu erkennen, so dass dieses Lichtkonzept in Summe kaum zufriedenstellend ist.

Eher ergibt sich der Eindruck einer Höhlen- oder Pokertischbeleuchtung. Hauptursache ist hier natürlich die Bauart der mittigen Hängeleuchte. Deren großer Lampenschirm lenkt das Licht fast nur nach unten und da der eher dunkle Tisch zudem nur wenig Licht reflektiert, bleibt der übrige Raum dunkel.

Andere Leuchtentypen können natürlich eine Lichtverteilung erzeugen, die auch die Wände mehr beleuchtet.


Im ersten Beispiel blendet die Lichtquelle aber recht stark und im rechten mit dem Lichtballon wirkt der Raum doch etwas eintönig und langweilig beleuchtet.


Alternative: Indirekte Beleuchtung + Spots

Ein alternatives, moderneres Lichtkonzept erreichen wir durch indirekte Beleuchtung über Vouten und ggf. zusätzlich gezielt platzierte LED-Spots. Schauen wir uns zuerst die indirekte Beleuchtung an. Hierzu sind LED-Streifen umlaufend auf einer etwa 10cm breiten Voute angebracht und im 45°-Winkel zur Decke ausgerichtet.

Indirekte Beleuchtung über umlaufende Vouten

Die indirekte Voutenbeleuchtung erzeugt ein sehr gleichmäßiges, weiches und fast schattenfreies Licht im Raum. Der Raum wird optisch vergrößert und besonders die Decke erscheint deutlich höher. Es ergibt sich insgesamt ein offenerer, einladender Raumeindruck. Generell erzeugt eine indirekte Beleuchtung der Decke häufig den Eindruck, dass man sich das Tageslicht in den Raum holt. Die Architektur des Raumes und die bestimmenden Linien werden betont.

Damit taugt eine indirekte Beleuchtung oft sehr gut als Grundbeleuchtung eines Raumes, die dann aber durch weitere Lichtquellen ergänzt werden kann und sollte, um wichtige Bereiche gezielt hervorzuheben und insgesamt einen interessanteren Raumeindruck zu erzeugen.

So können natürlich klassische Hänge- und Stehleuchten mit indirekter Beleuchtung kombiniert werden. Während das indirekte Licht die Grundbeleuchtung liefert, erzeugen die zusätzlichen Leuchten gezielt Licht auf dem Tisch und in der Leseecke.

Nach Bedarf kann die indirekte Grundbeleuchtung dann auch gedimmt werden.

Eine besonders ansprechende Lichtstimmung lässt sich durch gezielt gesetzte Spots erzeugen, die Elemente an der Wand oder in deren Nähe hervorheben. Die 10cm breite Voute bietet ausreichend Platz, um darin einige schwenkbare Spots unterzubringen.

Indirekte Grundbeleuchtung, ergänzt durch eine Hängeleuchte und Spots

Die Spots sind sehr gezielt gesetzt, so das rechts die Kommode, im hinteren Bereich die beiden Grafiken an der Wand und links die flachen Regale hervorgehoben werden.

Beachten Sie, dass hervorstehende Elemente, wie die Regale (das selbe gilt auch für wuchtige Bilderrahmen) nicht mit Spots aus der darüber liegenden Voute richtig ausgeleuchtet werden können. Die Spots kommen dafür viel zu steil und müssten einen deutlich größeren Abstand zur Wand haben, damit sie z.B. im geeigneten Winkel in das Regal leuchten können. Im Beispiel betonen die beiden Spots bei den Regalen daher eher deren Form und wirken für einen harmonischen Raumeindruck. Den Inhalt der Regale können sie kaum erreichen.

Häufig ist es sinnvoll, die Spots in einer anderen, hier deutlich wärmeren Farbtemperatur zu wählen. Dies erzeugt das Gefühl von „Sonnenflecken“ und wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden.


Lichtgestaltung Abends und Nachts

Auch kaum oder kein Tageslicht mehr in den Raum fällt – also spät Abends und Nachts – kann dieses Lichtkonzept aus indirekter Voutenbeleuchtung, gezielt gesetzten Spots und einer Hängeleuchte sehr interessante und angenehme Lichteffekte erzeugen.

Nur mit Hängeleuchten und einer Leseleuchte lassen sich die wichtigsten Bereiche des Raumes natürlich ausreichend beleuchten, aber die übrigen Bereiche bleiben sehr dunkel, so dass sich eine Höhlen- oder Lagerfeuer-Stimmung ergibt.

I.d.R. ist eine solche Lichtstimmung unbefriedigend, da der Mensch gerade Abends zwar keine hell ausgeleuchteten Räume benötigt, aber wesentliche Elemente seiner Umgebung schon erkennen möchte.

In der professionellen Lichtplanung wird daher auch das Umgebungslicht immer präzise definiert und es gibt z.B. in Büro oder Schulungsräumen hier auch ganz klare Mindestanforderungen.

Durch die Ergänzung mit indirektem Licht von Vouten und Spots für die Wandbeleuchtung lässt sich der Raum interessanter und ausgewogener beleuchten.

Je nach Bedarf kann über Dimmer und LED-Controller das Licht flexibel angepasst werden. So kann der Fokus auf bestimmte Raumelemente, wie die Bilder im Hintergrund, die Voute oder den Tisch verschoben werden. Moderne LED-Controller erlauben das Speichern komplexer Lichtszenen, so dass schnell abrufbare Stimmungen wie z.B. „Fernsehlicht“, „Leselicht“, „Geselligkeit“ etc. angelegt werden können.

Mit Farb-einstellbaren LEDs lassen sich weitere interessante Effekte erreichen.

Häufig empfiehlt es sich, z.B. bei LED-Streifen Modelle mit RGBW-LEDs einzusetzen, bei denen sich alle Farben, aber auch ein hochwertiges Weiß einstellen lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.